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MADE IN DETROIT Christiane Meixner Eine Themenausstellung macht selten glücklich – die Künstler nicht, deren Arbeit nun – die Künstler nicht, deren Arbeit nun schlimmstenfalls illustrierend wirkt. Und auch den Besucher nicht, dem vor lauter inhaltlicher Vorgabe schnell die Vieldeutigkeit der Werke entgeht. Wie gut, wenn man zwischendurch auf löbliche Ausnahmen trifft. Dazu gehört Detroit, eine Gruppenschau junger Künstler aus dem amerikanischen Nordosten in der Berliner Galerie Eva Bracke (Torstraße 170, Finissage: heute und morgen von 14–18 Uhr). Viel mehr als der Titel verbindet die Zeichnungen, Gemälde, Fotografien
und kleinen Lederskulpturen von Mary Fortuna (je 700 €) tatsächlich nicht.
Und natürlich das Leben in einer Stadt, die sichtlich von den
industriellen Verwerfungen der letzten Jahrzehnte gezeichnet ist. Detroit,
könnte man sagen, hat sich mehrfach gehäutet – seine leeren Fabriken und
verlassenen Vorstädte sind die Reste dieses Prozesses. Aus diesem
Bodensatz der Geisterquartiere neben einem boomenden Wirtschafts- und
Vergnügungsviertel im Zentrum schöpft ein großer Teil der 13 Künstler.
Anders allerdings, als man es sich mit den Klischeebildern einer
sterbenden Stadt im Kopf vielleicht vorstellt. So nimmt Marla Karimipour
die Landschaft in ihren kleinen Gemälden (je 850 €) klassisch amerikanisch
aus dem bewegten Fahrzeug wahr, während Vagner Whitehead den Alltag auf
Blättern mit witzigen Icons (je 300 €) umsetzt. Selbst wenn Fortunas an
Stricken baumelnde Körper namens „Sad Rabbit“ oder „Black Sheet“ etwas
morbide wirken oder die mehrfach verfremdeten Fotografien von Stig Eklund
mit ihren einsamen Hotelgästen Melancholie verbreiten: Am Ende sind diese
Figuren noch lange nicht. Eher verpuppt oder eingesponnen in einem Zustand
der Transformation, von dem man bloß zurzeit nicht weiß, wo er hinführen
wird. http://www.tagesspiegel.de/kultur/;art772,2696265
Vier Jahre, nachdem die Großausstellung „Shrinking Cities“
Kunst in Detroit thematisiert hat, bringt nun auch Galeristin Eva Bracke
13 Künstler aus „Motor City“ nach Berlin und zeigt zum Thema „Changing
Cities“ Gemälde, Fotos, Installationen, Videos und Skulpturen. Das Bild,
das die Künstler von Detroit zeichnen, ist oft düster, es gibt aber auch
Hoffnungsvolleres wie Alison Wongs Eichhörnchen, deren Schwänze ein Herz
formen (Foto). http://www.tagesspiegel.de/zeitung/Ticket;art2811,2694086
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